Ehre und Pflichterfüllung als Code militärischer Tugenden

Wissenschaftliche Jahrestagung des Arbeitskreises Militärgeschichte 2010

Bern, 09.-11. September 2010

Deadline 28. Februar 2010

In der Institution Militär ist ein scheinbar die Jahrhunderte überdauernder Code an Tugenden implementiert, der über politische Wechsel und soziale Brüche hinweg längerfristig Gültigkeit beanspruchte. Die Rede vom "immerwährenden deutschen Soldatentum" hat auf diese Weise selbst das beispiellose Versagen auch der militärisch Verantwortlichen vor und während des Zweiten Weltkrieges überdauert. Die militärische Funktionalität der zentralen Bezugspunkte Kameradschaft, Tapferkeit und Treue scheint bis in die heutigen Streitkräfte hinein unbestritten. Dieser Tugend-Code erhielt über die Jahrhunderte verschiedene Bezeichnungen. Ehre und Pflichterfüllung können dabei als zwei der prominentesten kulturellen Muster gelten, wobei Ehre tendenziell eher in der Vormoderne und Pflichterfüllung eher in der Moderne verortet wird.

Die Jahrestagung des Arbeitskreises Militärgeschichte e. V. setzt sich zum Ziel, Aspekte von militärischer Ehre bzw. Pflichterfüllung von der Antike bis in die Zeitgeschichte zu diskutieren. Dabei wird zu klären sein, welche inhaltlichen Verschiebungen und Neuausrichtungen greifbar werden. Zu diskutieren ist außerdem, ob die Pflichterfüllung die Ehre als Generaltugend im 19. und 20. Jahrhundert abgelöst hat oder beide Konzepte nebeneinander bestanden. Die erbetenen Beiträge sollten sich an einer der folgenden Leitfragen orientieren:

Thematisch könnten sich die Beiträge beispielsweise befassen mit der Kodifizierung von Ehrenangelegenheiten (militärisches Ehrengerichts- und Duellwesen), dem Zusammenhang von Ehre/Pflichterfüllung mit dem Stand oder dem Geschlecht, unterschiedlichen Kriegs- und Friedenspraxen, dem symbolischen Kapital von Orden und Ehrenzeichen, Formen von Devianz (Fahnenflucht, Meutereien) sowie der Banalisierung von militärischen Ehrkonzepten in der Populärkultur.

Grundsätzlich soll das Zusammentreffen neben thematischen Diskussionen dazu dienen, sich über methodische Herangehensweisen und Potentiale bzw. Schwierigkeiten der Quellen auszutauschen und so Möglichkeiten und Grenzen eines zeitlich übergreifenden Vergleichs auszuloten. Internationale und interdisziplinäre Beiträge sind dazu ausdrücklich erwünscht.

Die Tagung findet vom 9. bis 11. September 2010 am Historischen Institut der Universität Bern (Schweiz) statt. Reisekosten für Referentinnen und Referenten werden bis zur Höhe einer Bahnfahrt 2. Klasse erstattet, die Unterkunft wird gestellt. Die Konferenzsprachen sind Deutsch und Englisch. Vorschläge mit max. einer Seite Umfang sollten zusammen mit einem knappen Lebenslauf bis zum 28. Februar 2010 an folgende Anschriften eingereicht werden:

Kontakt

Dr. Ulrike Ludwig (ulrike-ludwig@freenet.de)
Institut für Geschichte, Lehrstuhl für Geschichte der Frühen Neuzeit
Technische Universität Dresden, 01062 Dresden

Dr. Markus Pöhlmann (m.poehlmann@akmilitaergeschichte.de)
Militärgeschichtliches Forschungsamt
Postfach 60 11 22
14411 Potsdam

Dr. John Zimmermann (johnzimmermann@bundeswehr.org)
Militärgeschichtliches Forschungsamt
Postfach 60 11 22
14411 Potsdam

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